Ausflugsziel Cayo Costa State Park, Cabbage Key und Pine Island

Unberührte Natur fernab großer Hotelanlagen, architektonische Zeitreisen in die Goldenen Zwanziger Jahre und eine riesige Auswahl an Restaurants direkt am Wasser – in Florida lassen sich diese drei und noch mehr Wünsche auf einmal erfüllen. Cayo Costa, Cabbage Key und Pine Island bieten sowohl landschaftliche, kulinarische als auch architektonische Highlights der Extraklasse – perfekt für einen abwechslungsreichen Bootstrip in Südflorida.

Cayo Costa

“Welcome to the real Florida” – so begrüßt ein Schild Neuankömmlinge auf Cayo Costa. Und tatsächlich präsentiert sich die große Barriereinsel oberhalb von North Captiva noch fast so wie vor 500 Jahren, als die ersten Europäer landeten. Wie damals ist Cayo Costa nur mit dem Boot zu erreichen. Sieht man von den spärlichen Einrichtungen des Nationalparks ab, gibt es keine Häuser auf der Insel, auch keine Autos – nur unberührte Natur und einen 14 km langen Strand, der zu den schönsten Badeparadiesen Floridas gehört.

Wer zum Glücklichsein nichts braucht außer feinen Puderzuckersand und azurblaues Wasser, der ist hier genau richtig. Am Strand von Cayo Costa kannst du völlig ungestört schwimmen und sonnenbaden, aber auch bunte Muschelschalen sammeln und Schweinswale sowie Delfine in Küstennähe erspähen. Die Anwesenheit der großen Meerestiere verrät bereits: Cayo Costas Gewässer sind reich an Fischen. Und so lohnt es sich, direkt an der Küste die Angel auszuwerfen, um Snooks, Forellen, Schnapper, Meerbrassen und Tarpune an Land zu ziehen.

Ein guter Ort, um dein Boot anzulegen, ist Pejuan Point an der Südspitze der Insel. Von hier aus kannst du einen schönen Spaziergang auf die Golfseite nach Cayo Costa machen. Wer nicht so gut zu Fuß ist kann natürlich auch direkt mit dem Boot dorthin fahren und sogar vor Anker gehen. Von Mai bis Oktober kannst du am Strand Markierungen sehen, die von Tierschützern bei Nestern von Meeresschildkröten angebracht werden. Durch den Schutz der Nester konnte sich die Population der Schildkröten erfreulicherweise etwas erholen.

 

Wer länger in diesem unberührten Paradies bleiben möchte, kann sein Boot beim Bayside Park Dock festmachen, wo sich auch sanitäre Einrichtungen befinden. Dann heißt es “auf zu einem Erkundungsgang”. Die Wanderwege führen vorbei an knorrigen Bäumen, die von zahlreichen Vögeln bewohnt werden: darunter Reiher, Ibisse und Seeadler, Besonders Frühling und Herbst eignen sich für Hobby-Ornithologen, da viele Zugvögel einen Zwischenstopp auf Cayo Costa machen. Wenn du mehr über die Artenvielfalt dieser Barriereinsel erfahren möchtest, solltest du die Ranger Station besuchen. Kajaks lassen sich beim Bootsdock ausleihen und sind perfekt, um die Mangrovenküste zu erkunden. Dort lassen sich mit etwas Glück Floridas Manatees im Wasser sichten. Daneben besitzt Cayo Costa auch einen Geheimtipp für Geschichtsfreunde: einen alten Friedhof, auf dem die Pioniere der Insel begraben liegen.

Für die Übernachtung steht 1,5 km vom Bootsanleger entfernt ein Campingplatz bereit. Die 30 Zeltplätze mit Toiletten, Duschen, Trinkwasser und Picknick-Stellen lassen sich mit dem kostenlosen Shuttle Service erreichen. Strom gibt es keinen – dafür jede Menge Natur und einen Sternenhimmel, von dem man in großen Städten nur träumen kann. Cayo Costa ist und bleibt das perfekte Ziel für alle, die im Einklang mit der Natur übernachten möchten. Wer es etwas komfortabler mag, kann aber auch eine Holzhütte mit Betten mieten.

Cabbage Key

Einst von den Calusa-Indianern bewohnt, befindet sich Cabbage Key seit 1934 in privatem Besitz und stellt einen beliebten Zwischenstopp auf dem Weg nach Cayo Costa dar. Bereits von weitem weiß das Inselchen mit seiner tropisch grünen Vegetation zu gefallen.

Nur wenige Gebäude stehen hier, darunter das Cabbage Key Inn. Dieses Restaurant lockt nicht nur mit seiner Dekoration aus Dollarscheinen, die an den Wänden hängen und einmal im Jahr einem wohltätigen Zweck gespendet werden. Die Speisekarte punktet mit guter amerikanischer Hausmannskost wie Burger und Sandwiches, frischen Meeresfrüchten und dem gegrillten Fang des Tages. Zum Nachtisch gibt es Floridas erfrischendem Key Lime Pine, der im Cabbage Key Inn mit Schlagsahne garniert wird. Bei der herrlichen Aussicht auf den Intercoastal Highway speist es sich gleich noch einmal besser.

Nach dem Essen bietet sich ein Verdauungsspaziergang an. Die nur 1 km lange Insel lässt sich schnell erkunden und besitzt eine Besonderheit für Tierfreunde: Hier laben sich Gopher-Schildkröten, die bis zu 5 kg auf die Waage bringen, an der grünen Vegetation. Wie lange die Pflanzenfresser dort schon leben, weiß niemand so genau – nur, dass die vorherigen Besitzer Cabbage Keys großen Gefallen an Schildkröten-Rennen hatten. Floridas Seekühe schwimmen direkt am Anlegeplatz im Wasser, genau wie Delfine. Es ist keine Seltenheit, Schulen mit Dutzenden Tieren in Küstennähe zu erspähen. Wenn du dir die tropische Idylle der Insel von oben ansehen möchtest, kannst du außerdem den alten Wasserturm erklimmen.

Hast du dich in das entspannte Flair auf Cabbage Key verliebt hast und möchtest länger bleiben? Kein Problem. Bei einer Übernachtung in den liebevoll gestalteten Cottages der Insel atmest du “Old Florida”-Charme und genießt absolute Ruhe, wenn die Tagesgäste abgereist sind. Dank Fernseher und Internet bist du trotzdem nicht von der Außenwelt abgeschnitten.

Pine Island

Pine Island erstreckt sich östlich von Cayo Costa und bildet die größte Insel im Bundesstaat Florida. Trotzdem beherbergt der Ort gerade einmal 9.000 Menschen. Ampeln gibt es dort nicht, auch keine großen Hotels – dafür aber schmucke Holzhäuschen, Kunstgalerien und malerische Natur, soweit das Auge reicht. An Yachthäfen herrscht ebenfalls kein Mangel, und so eignet sich Pine Island perfekt für einen Landgang.

Wie wäre es zum Beispiel mit der Pineland Marina, dem größten Yachthafen der Insel? Hier kannst du dich mit Ködern eindecken, dein Boot voll tanken und sogar Reparaturen vornehmen lassen. Auch wer seine Sonnencreme zuhause vergessen hat, wird in den Geschäften des Yachthafens fündig. Nur 2 km nördlich erstreckt sich die Big Jim Creek Preserve, ein Naturschutzgebiet aus verzweigten Mangrovensümpfen. Für ausgewachsene Boote ist die Preserve gesperrt. Doch zum Glück kannst du in der Pineland Marina ganz einfach auf ein Kajak umsatteln, um die Wasserstraßen zu erkunden – genau wie die Calusa-Indianer vor hunderten von Jahren. Apropos Calusa: Geschichtsinteressierte sollten dem Randell Research Center gleich neben dem Yachthafen einen Besuch abstatten. Dort siehst du noch heute Überreste von Hügeln, die von den Indianern künstlich aufgeschüttet wurden, um das Areal besser zu überblicken.

Archäologische Spurensuche macht hungrig. Und so ist es gut, dass sich neben der Pineland Marina das Tarpon Lodge Restaurant befindet. Dieses 4-Sterne-Lokal überzeugt nicht nur mit seiner eleganten Architektur der Zwanziger Jahre, sondern auch mit fangfrischen Fisch- und Meeresfrüchte-Spezialitäten. Daneben kommen hier Spitzensteaks, aber auch Hausmannskost wie Cheeseburger und kubanische Sandwiches auf den Tisch. Perfekt zum Übernachten in ruhiger Lage eignet sich die Tarpon Lodge, ein 3-Sterne-Hotel mit palmengesäumten Gärten, gemütlichen Zimmern und einem Swimmingpool mit Blick auf das Wasser. Den traumhaften Sonnenuntergang gibt es kostenlos obendrauf.

Am nördlichen Ende von Pine Island liegt die Four Winds Marina – ein perfekter Stopp, um sich mit Treibstoff, Schiffszubehör, Angeln und Ködern, Snacks, Kleidung und Sonnenbrillen einzudecken. Für das leibliche Wohl sorgt das Lazy Flamingo Restaurant. Hier werden die Schweinelendchen noch selbst geräuchert, und die Shrimps kommen frisch aus dem Meer – nicht aus der Dose. Auch die gebratenen Grouper- und Lippfisch-Filets sind ein Grund, hier den Anker zu werfen.

So gesättigt kann der unvergessliche Bootstrip zu Ende gehen. Doch ein Tag ist kaum genug, und so lohnt es sich, immer wieder nach Cayo Costa, Cabbage Key und Pine Island zurückzukehren.

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